Cocini
Meerschweinchen | Zwerghamster | Goldhamster | Rennmäuse | Farbmäuse | Zahme Ratten

Zahme Ratten

Wo kommen sie her und wie leben sie?

Über die Ratten, von denen einige Rassen innerhalb weniger Jahrhunderte gemeinsam mit dem Menschen die Erde eroberten, könnten dicke Bücher geschrieben werden. Ein Grossteil ihrer merkwürdigen Geschichte ist ohne das Zutun des Menschen undenkbar, andererseits wäre die Geschichte des Menschen ohne die Ratten erheblich anders verlaufen. Von den vielen verschiedenen Rattenrassen haben sich nur wenige dem Menschen angeschlossen. Die zahme Ratte ist ein Nachkömmling der braunen Ratte. Es ist nicht genau bekannt, seit wann sie als Haustier lebt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass bereits 1500 vor Christus „zahme“ Ratten bekannt waren. Das ursprüngliche Wohngebiet der braunen Ratte sind die Steppengebiete Asiens und wahrscheinlich Nordchinas und der Mongolei, wo die Tiere noch immer in Höhlen leben. Es ist bekannt, dass die braune Ratte im Mittelalter in Europa lebte. Im 17. Jahrhundert wurden Albino- und bunte Ratten erwähnt. Im England des18. Jahrhunderts wurden Ratten für Kämpfe mit kurzbeinigen Terriern gezüchtet. Andersfarbige Ratten wurden hierfür nicht verwendet. Aus diesen Rassen entstanden die Ausstellungstiere, und auch aus den Laboratorien kamen neue, andersfarbige Exemplare. Die Ratten passen ihre Hauptaktivitäten den jeweiligen Lebensumständen an, in denen sie verkehren, obschon sie im Prinzip hauptsächlich nachts aktiv sind.

 

Unterbringung: Wo fühlt sich eine zahme Ratte zuhause?

Am besten eignet sich ein Chinchilla- oder Eichhörnchenkäfig mit einer Mindestgrösse von 40 bis 60 cm Breite, 60 cm Länge und 100 cm Höhe. Diese Käfig haben einen tiefen Bodeneinsatz und eine grosse Türöffnung. Sitzflächen, ein Schlafhäuschchen und Klettermaterial dürfen nicht fehlen. Ratten haben empfindliche Atmenweg, daher ist es wichtig, dass der Käfig nicht im Zug steht. Ein stabiler, nagebeständiger Fressnapf und eine Trinkflasche gehören zu Standardausrüstung. Die Ratte ist dankbar für ausreichend Spielzeug im Käfig. Es wird empfohlen, das Spielzeug regelmässig zu wechseln, um so für genügend Abwechslung zu sorgen. Sorgen Sie auf dem Käfigboden für eine staubfreie Bodenbedeckung. Buchenschnipsel und anderes Bodenbedeckungsmaterial sind im Tierfachhandel in Hülle und Fülle erhältlich. Lassen Sie sich bitte gut informieren, denn es kommen regelmässig neue Sorten auf den Markt. Staubfreies Heu, Papierschnipsel, Stofflappen usw. eignen sich prima als Nestmaterial. Ratten können klettern, laufen, rennen, springen, aber auch graben, nagen, Nahrung suchen etc. Auch im Käfig müssen sie sich dementsprechend ausleben können.

 

Kennzeichen und Eigenschaften

Ratten eignen ausgezeichnet zur Haustierhaltung für Jung und Alt. Sie sind leicht zu zähmen. Sobald sie zahm sind, verkehren sie gerne in Gesellschaft ihres Halters. Dank ihrer Intelligenz kann man sie viel lehren. In der Natur leben Ratten in grossen Gruppen. Es sind dementsprechend soziale Tier, und es ist daher anzuraten, mindestens 2 Tiere zu halten. Wer aus welchem Grund auch immer nur eine Ratte anschaffen will, sollte sich mit dem Tier dann aber auch einige Stunden am Tag beschäftigen. Die Geschlechtszugehörigkeit ist leicht zu erkennen, da die Männchen bereits im Alter von 4 Wochen deutlich sichtbare Hoden haben. Ausserdem ist der Abstand zwischen Anus und Geschlechtsteil grösser. Das Weibchen hat zwei Reihen Brustwarzen. Das erwachsene Männchen wiegt ca. 600 Gramm, das Weibchen hingegen nur ca. 400 Gramm. Weibchen sind etwas zutraulicher als Männchen. In der Rattengruppe herrscht immer eine gewisse Rangordnung. Es gibt Ratten mit normaler Fellstruktur, aber auch kahle Ratten und solche mit Rexbehaarung. Momentan sind Dumbo-Ratten sehr beliebt. Das sind Ratten mit niedriger angesetzten Ohren. Ratten sind in vielen Farben zu bewundern, und es kommen regelmässig neue Farben hinzu. Die Körperlänge beträgt ca. 24cm, und die Schwanzlänge ca. 20 cm. Das Fell fühlt sich in der Regel wegen der länger stehenden Haare etwas hart an. Die Lebenserwartung der Ratte ist nicht besonders lang, sie werden im Schnitt 2 bis 3 Jahre alt.

 

Die Rattenzucht

Ratten bringen viele Junge zur Welt. Sie sind nach 6 Wochen geschlechtsreif, es ist jedoch besser, mit der Zucht zu warten, bis sie 14 bis 16 Wochen alt sind. Die Brunstzyklus ist alle 4 bis 5 Tage. Die Tragezeit dauert 21 bis 23 Tage, und in den Tagen vor der Geburt ist die werdende Mutter nicht mehr so freundlich, wie wir es sonst gewöhnt sind. Gönnen Sie dem Tier deshalb Ruhe und passen Sie auf Ihre Finger auf, wenn Sie in den Käfig greifen. Sobald die Jungtiere etwas grösser sind, verschwindet dieses Beschützergehabe wieder. Manchmal ist es gut zu sehen,dass die Ratte trächtig ist – ihre Brustwarzen sind dann deutlich sichtbar, aber manchmal sind auch fast keine äusseren Anzeichen zu bemerken. Ein Wurf kann 6 bis 16 Junge umfassen. Die Jungtiere müssen 4 bis 5 Wochen beim Muttertier bleiben, danach ist es besser, die Geschlechter zu trennen. Werden Ratten in Gruppen gehalten, dann ist zu sehen, dass alle Mütter für alle Jungtiere sorgen und diese auch säugen. Dieses Verhalten vergrössert die Überlebenschancen der Gruppe.

 

Der tägliche Speiseplan

Ratten sind Allesfresser, und das ist u.a. an ihrem Gebiss zu sehen. Wilde Ratten sind bei der Nahrungssuche nicht wählerisch und fressen beinah alles. Es ist daher zu empfehlen, für eine so vielseitig mögliche Nahrung zu sorgen. Es gibt ausgezeichnetet Rattenfutter-mischungen auf dem Markt, aber Obst, Gemüse, Nüsse usw. dürfen auch zugefüttert werden. Sorgen Sie dafür, dass die Ratte nicht zu dick wird. Die Ernährung einer Ratte sollte hauptsächlich aus Kohlenhydraten bestehen. Fett und Eiweiss dürfen nur einen kleinen Prozentsatz des täglichen Menüs bilden. Beim Füttern von Mischfutter sollte darauf geachtet werden, dass das Tier alles frisst, nicht nur die Leckerbissen. Essenreste unserer Mahlzeiten sind für die Ratte nicht geeignet. Reichen Sie lieber frisches, unverdorbenes Futter. Überreifes Obst, verdorbenes Gemüse oder verfallene Getreideprodukte können schädlich sein. Ratten selbst “wissen” nicht, was gut für sie ist – diese Sorge ist Aufgabe des Tierhalters Zusätzlich dürfen übrigens Zweige von Obstbäumen, Esdorn, Buche oder Haselnusstrauch gereicht werden. Ein ausgekochter Suppenknochen eignet sich als leckere Knabberei und ist gut für die Kalkaufnahme. Kleine Menge saure Sahne, Joghurt oder junger Hartkäse darf alle Paar Tage angeboten werden. Das Reichen von Mineralen und Vitaminen ist bei einer ausgewogenen Ernährung nicht erforderlich. Selbstverständlich muss ausreichend frisches Trinkwasser – in einem Napf oder einer Trinkflasche – vorhanden sein. Erneuern Sie das Wasser täglich.

 

 

Achten Sie auf seine Gesundheit

Leider können auch Ratten erkranken und von Ungeziefern befallen werden. Einige Krankheiten sind erblich bedingt. Wenn Sie erste Krankheitsanzeichen bemerken, wachten Sie bitte nicht zu lange mit dem Aufsuchen eines Tierarztes. Kleine Haustiere haben nämlich einen schnellen Stoffwechsel. Sie leben dementsprechend viel schneller als der Mensch, und daher ist der Krankheitsverlauf auch schneller. Wenden Sie sich an einen Tierarzt, der mit den spezifischen Rattenerkrankungen gut vertraut ist. Parasiten kommen auch bei diesen Tieren vor, dies ist zu sehen an kahlen Stellen und Krusten im Fell. Dies kann verursacht werden durch Milben, Zecken oder Flöhe. Eine andere Parasitenart ist der Hautschimmel. Er kann sowohl die Ratte als den Menschen befallen und ist daher auch leicht übertragbar. Gelegentlich kann die Ratte auch unter Wurmbefall leiden. All diese Probleme sind gut zu behandeln. Auch Erkältungen kommen vor und können chronisch werden. Hier ist sofortige Behandlung erforderlich. Beachten Sie, dass Ratten gelegentlich unter Stauballergien leiden. Zahnprobleme können bei jedem Nagetier vorkommen, auch bei der Ratte. Kauprobleme können die Ursache dafür sein, wenn die Ratte wohl fressen will, aber nicht kann.